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Liebe Besucherin, lieber Besucher.

Mit dieser Website möchte ich Ihnen die Möglichkeit geben, Eva Thalers Gemälde zu betrachten, da nur eines davon auf dem Cover meines Buches erscheint. Dass die übrigen Bilder nicht im Text erscheinen, hat technische wie finanzielle Gründe.

Doch soll es hier nicht nur um die Darstellung der ausdrucksstarken Gemälde gehen, sondern auch darum, eine Plattform zu schaffen, in der Sie sich mit mir und anderen über die  brisanten Themen austauschen können, die in der Lebensgeschichte meiner Tochter auftauchen. Diese Themen, die aktuell teilweise heiß diskutierten werden, sind für mich vor allem:
Die Würde des Menschen, im Leben wie im Sterben.

Meiner Meinung nach kann man den Begriff ‚Würde‘ sehr schwer bewerten. Im Prinzip und von außen betrachtet sind wir uns alle einig, dass die im Grundgesetz verankerte Würde des Menschen in allen Zuständen, auch in sog. ‚Hilflosigkeit‘ gilt und bis zum Ende des Lebens, ja sogar darüber hinaus, zu wahren ist. Subjektiv gefühlt ist es mit der Würde im eigenen Leben, in besonderen Situationen und Zuständen eine andere Sache. Hier gibt es eine unermessliche Bandbreite dessen, was der Einzelne als noch würdevolles Leben ertragen kann. Hans Küng hat vor nicht allzu langer Zeit bei ‚Anne Will‘ seine persönliche Sicht dazu öffentlich gemacht und mir damit aus der Seele gesprochen. Andere hat er damit zu heftigem Widerstreit gereizt.

Bei ‚menschlicher Würde‘ denken wir schnell  an Demenz, schwere Behinderung, oder stark beeinträchtigende, unheilbare Erkrankungen,  die manche Menschen für sich persönlich als unglaublich belastend und unwürdig empfinden. In solch einem Zustand weiterleben zu müssen, bedeutet für sie größte Qual, sogar bei liebevoller Fürsorge. Unsere Gesellschaft ist dabei, sich stark zu wandeln, auch in den allgemeinen Wertvorstellungen. Dennoch überwiegen die christlichen, die uns nahelegen, das von Gott gegebene Leben nicht eigenmächtig beenden zu dürfen. Ist es aber nicht gerade aus christlicher Sicht notwendig, Zeichen zu setzen gegen eine immer mächtigere, lebensverlängernde ‚Apparatemedizin‘ am Lebensende ? Müssen wir in begründeten Einzelfällen nicht gerade im Sinne einer tiefen christlichen Humanität auch aus einem nur noch leidvoll und mühsam ertragenen Leben hinausbegleiten?

Als Gesellschaft sollten wir aufhören, den Tod zu leugnen und mit aller Macht verhindern zu wollen. Er steht uns allen als ‚Vollendung‘ unseres Lebens bevor. Nicht mit Angst sollten wir darauf schauen, sondern mit Neugier, und statt lebensverlängernder Maßnahmen um jeden Preis, die Endlichkeit unseres Lebens annehmen. Auch im Hinblick auf einen Mitmenschen, der über einen längeren Zeitraum deutlich macht, das Leben wirklich nicht mehr ertragen zu können und, dass er nicht aus momentaner Verzweiflung heraus sterben möchte.

Ob der ‚Giftbecher‘ in der Schweiz eine gute Möglichkeit darstellt, ein als ‚unwürdig‘ empfundenes Leben zu beenden, muss der Einzelne für sich entscheiden. Selber befürworte ich den Weg, den meine Tochter gegangen ist:  Das heute so genannte ‚Sterbefasten‘. (Siehe auch den Beitrag dazu in der ‚Zeit‘ vom 10. 4. 2014: Fasten als letzte Lösung.)

Herzlich lade ich Sie ein, hier mit mir zu ‚bloggen‘.

 

Ein Appell zum Schluss:

Genau Ärzten  sollte meiner Meinung nach erlaubt werden, ihre Patienten auch dann zu begleiten, wenn sie nach längerer Prüfung selbstbestimmt aus dem Leben scheiden wollen. Das bestehende Gesetz dazu noch verschärfen zu wollen, ist für mich der falsche Ansatz, sehr geehrter Herr Gesundheitsminister Gröhe.

 


Wenn Sie das Buch lesen möchten, um das es hier geht: ‚Gehe zu den Sternen’, Steinmann Verlag, ISBN 978-3-927043-57-2, 408 Seiten, 19,80€. Im Buchhandel oder portofrei mit Rechnung bei steinmannverlag.de

2012     Ricarda Thaler

 

6 Gedanken zu „Startseite

  1. Koehler Ingrid

    Liebe Frau Thaler,
    ich bin immmer noch total fasziniert von Ihrem Buch. Ich war lange davor aber schon der Meinung, dass es jedem Menschen selbst überlassen sein muss, wann er sein Leben beenden möchte. Ich hoffe, dass ich einmal die Kraft haben werde dieses zu beenden, wenn es mir nicht mehr lebenswert erscheint oder dass es jemanden gibt, der mir dabei hilft.
    Ich finde es unverantwortlich und menschenverachtend, wie in Deutschland mit dem Thema umgegangen wird.
    Ich beglückwünsche Sie nochmal zu dem Buch, vor allen Dingen aber zu Ihrer Lebensleistung in Bezug auf Eva. Da kann man nur sagen „Hut ab“ ! Gäbe es nur mehr Menschen, die sich so verhalten wie Sie es getan haben.

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  2. Liebl Jutta

    Liebe Ricarda,
    ganz, ganz liebe Grüße aus dem Oberland und danke, dass Sie mir den Flyer über Ihr Buch geschickt haben.
    Ich werde es mir umgehend besorgen und bin schon sehr gespannt. Sie wissen ja wie mich Evas Texte und Bilder beeindruckt habe. Noch heute erzähle ich im Bekanntenkreis von Eva, ihrem Mut und ihrer Kraft.
    Ich hoffe Ihnen selbst geht es gut und ich finde es toll, dass Sie auf diese Weise, den Verlust von Eva verarbeiten.
    Durch das Kennenlernen von Eva habe ich selbst vieles durchdacht. Ich habe die Ausbildung als Trauerbegleiterin und als Beraterin für Patientenverfügung gemacht. Auf letzteres habe ich mich jetzt spezialisiert.
    Ich melde mich wieder bei Ihnen, wenn ich das Buch gelesen habe.
    Ganz liebe Grüße
    Ihre Jutta Liebl

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  3. Antje Bürger

    Liebe Ricarda, von Herzen Danke für Dein tief berührendes Buch über Eure Tochter Eva. Es zeugt von außergewöhnlichem Mut, das Leben zu leben wie es sich präsentiert, ganz und gar ungeplant. Von mutigem Durchhaltevermögen in Lebenssituationen, die herausfordernde Tests darstellen. Es erzählt von der Zeit, die es bei uns Menschen braucht sich zu entfalten, wie eine Blüte, deren Samenkorn in dunkler Erde beginnt zu keimen, unsichtbar und später grünt, bis sie ihre Blüte dem Himmel entgegenstreckt. Und es läßt uns wissen, das unser Seelenkleid Licht ist. …DAS NICHTS SO WICHTIG IST. DASS MAN SICH DESWEGEN ZERSTREITEN SOLLTE. NUR LIEBEVOLL MITEINANDER UMGEHEN IST WICHTIG. NUR GROSSE TOLERANZ ANDEREN GEGENÜBER HILFT ALLEN IN FRIEDEN ZU LEBEN NICHTS SONST ZÄHLT. Das sagt Eva, die so eingesperrt in ihren Körper ist, wie nur wenige von uns Lesern. Sie vermittelt noch vieles mehr, das von reiner Liebe zeugt. Das Buch ermutigt mich auch mein Leben zu meistern, im Vertrauen zu bleiben wo Schatten den Weg verdunkeln und auch, dass es tatsächlich ein ewiges Leben gibt, gleich in welcher Form. Jenseits von Gut und Böse, Richtig und Falsch. Jedem und allen gegenüber. Das Buch ist kein Mythos oder Märchen, es findet ganz real im Leben von Eva und Ihrer Familie statt. In meinem und dem eines jeden von uns. Wir alle haben die Möglichkeit Lichtes im scheinbaren Dunkel zu erfahren. Danke Eva mit Familie Thaler für Euer engagiertes einfühlsames Beispiel!
    Antje Bürger

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  4. Reinhild Keding

    Liebe Frau Thaler,

    Ihr Buch hat mich tief berührt. Die Ausdauer mit der Sie Eva begleitet haben und alles, was Ihnen nur möglich war für Evas Entwicklung und die Förderung ihrer Fähigkeit durch gestützte Kommunikation zu kommunizieren, zu tun, ganz besonders.
    Danke !!! Alles Gute! mit herzlichem Gruß
    Reinhild Keding

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  5. Petra Spencer

    Liebe Frau Thaler,
    mit großem Intresse habe ich das Buch gelesen und auch schon weiter gegeben. Da ich mit (sogenaten) behinderten Menschen arbeite, war es für mich interessant, eine andere Seite, durch das Buch zu erfahren. Und wieder ist mir dadurch klar geworden, das wir noch sehr wenig wissen über eingeschrenkte Mitmenschen, über den Umgang und das Verhalten gegnüber diese Menschen. Da wir
    (leider) nur das Äußerliche sehen und nicht erkennen was in diesem Körper vorhanden ist, noch weniger wissen, was es bedeutet ein Leben in einem eingeschrenkten Körper zu leben. Geschweige die notwendige menschenenwürdige Hilfe und Unterstützung, z.B Personal, kosten…u.s.w. die wir nicht erbringen und immer mehr eingespart wird. So ist es auch sehr verständlich über die Entscheidung ihrer Tochter Eva. Ja, wir müssen noch sehr viel lernen und bekommen es durch diese Mitmenschen vorgesetzt. Danke Eva und der gesamten Familie. „Nichts ist umsonst alles dient dem Guten“ und so wünsche Ihnen Frau Thaler viel Mut und Kraft diese Botschaft weiter zu tragen im Sinne Ihrer Tochter.
    In Achtung und Würde gegenüber die eingeschrenkten Menschen, die mir persönlich das Beste für meine Lebenszeit lehren.
    DANKE
    Petra

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  6. Claudia Kefer-Gindlhumer

    Liebe Fr.Thaler,danke für dieses Buch das ich nur mit großen Pausen lesen konnte um es einigermaßen zu verkraften.Für Sie die größte Hochachtung die man einer Mutter nur entgegenbringen kann.
    Herzliche Grüße
    CK-Gindlhumer

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